Unser Geheimtipp aus Argentinien: Príncipe de los Apóstoles Mate Gin

Wir freuen uns mit Claas von Zombory, Importeur von Apóstoles Mate Gin, dieses Interview führen zu dürfen. 

Claas, erzähl uns was über deinen Gin. Was ist das besondere an deinem Gin?

Auf der einen Seite, ist es erstmal der erste und einzige argentinische Gin in Europa, aber viel entscheidender ist sein Aroma und Geschmack. Der Príncipe de los Apóstoles Mate Gin vereint die Aromen des argentinischsten aller Getränke in sich - dem Mate. Dabei gibt es wenig Ähnlichkeit zu den hier bekannten, zuckersüß-bitteren Mate-Limonaden, sondern vielmehr spiegelPríncipe de los Apóstoles Mate Gint der Gin die Aromen des Mate aus dem heißen Norden Argentiniens wieder. Dort wird Mate nämlich nicht nur als heißer Tee, sondern auch mit kaltem Wasser aufgegossen getrunken (nennt sich dann Tereré) und mit Minze, Eukalyptus und Grapefruitschale versetzt, um das Getränk noch erfrischender zu machen. Auch durch den aufwendigen Herstellungsprozess (kleine Kupferbrennblase, lange Ruhezeit nach der Destillation, etc. mehr dazu auf der Web-Präsenz: apostolesgin.de) ist die hervorstechendste Eigenschaft des Apóstoles Gins aber sein weiches, samtiges Mundgefühl und seine Milde beim Trinken. Ich finde ihn pur deshalb wirklich einmalig für einen Gin.

Eine weitere besondere Eigenschaft des Gins findet man erst heraus, wenn man sich etwas länger damit beschäftigt. Er ist nämlich wirklich außergewöhnlich spannend zum Mixen in Cocktails - sowohl in alten Klassikern, als auch in abgefahrenen neuen Kreationen. Die Aromen des Apóstoles Gins lassen sich mit vielen anderen Komponenten sehr harmonisch kombinieren, bleiben aber immer präsent genug, um den Charakter des Cocktails zu bestimmen .

Das war ja auch ein Hauptanliegen, des Erschaffers dieses Gins - und man merkt es!

Wie bist du auf deinen Gin gekommen? 

Príncipe de los Apóstoles Mate Gin "Tato"Vielleicht zunächst ein paar Worte im Namen des gerade schon angesprochenen Erschaffers des Gins, meines guten Freundes Renato “Tato” Giovannoni, denn er hat sich das Rezept ja immerhin ausgedacht:

Tato hat sein ganzes Leben lang in der Gastronomie verbracht, zunächst im Familienrestaurant, dann als Barkeeper und Barchef in den besten Cocktail-Bars Argentiniens und schließlich auch in internationalen Großstädten wie New York und London, wo er dann auch als Berater für Cocktails und Cocktailkarten den dortigen Bars geholfen hat, sich kreativ weiterzuentwickeln. Er gilt nicht ohne Grund als der beste Mixologe Südamerikas und “Florerá Atlantico”, seine eigene Cocktail-Bar in Buenos Aires, ist seit ihrer Eröffnung 2013, bereits dreimal als eine der besten 50 Bars der Welt und die beste Bar Südamerikas ausgezeichnet worden (Drinks International: The World’s 50 Best Bars)

Den Gedanken, eine argentinische Spirituose herzustellen, hat er schon länger gehabt, aber erst Anfang 2012 bei dem Besuch einer kleinen Gin-Destillerie in London, hat er sich dafür entschieden, einen Gin zu kreieren. Die Aromen, welche in dem Gin eingefangen werden sollten, waren ihm auch von Anfang an klar: Eben die klassischen Aromen des Mates, so wie er sie seit seiner Kindheit kennt und wie sie jeden Argentinier sofort an seine Heimat erinnern. Und obwohl er gleich angefangen hat, den Gin zu kreieren, hat es noch zwei Jahre gedauert, bis das Destillat seinen Ansprüchen genügt hat und er die ersten Flaschen abgefüllen konnte.

Und genau da komme ich auch erst ins Spiel, denn ich habe den Gin einfach bei einem Trip nach Argentinien in einem Drink in der Florería Atlantico nach dem Abendessen getrunken - noch ohne zu wissen, was es war - und war sofort so begeistert, dass ich den Gin sofort pur probieren wollte und mir dann sofort klar war, dass ich ihn haben muss. Gin mochte ich schon immer gerne, nicht zuletzt auch wegen einigen Jahren Seefahrt bei der Marine ;) Aber obwohl ich auch privat schon immer 5-6 verschiedene Gins zu Hause und immer wieder neue ausprobiert hatte, hat mich der Apóstoles Gin einfach von der ersten Sekunde sofort begeistert, wie keine Spirituose zuvor. Nach vielen Versuchen, Tato überhaupt davon zu überzeugen, den Gin auch außerhalb Argentiniens anzubieten - denn bis dahin hatte er im Grunde erstmal nur für seine eigene Bar produziert - und noch mehr Papierkram für den anstehenden EU-Import hatte ich den Príncipe de los Apóstoles Mate Gin dann endlich zu Weihnachten 2016 in Deutschland!

Welches Tonic Water, Botanical eignen sich am Besten für den Príncipe de los Apóstoles Mate Gin?

Príncipe de los Apóstoles Mate Gin "Fifty"Wie bei Gin, spielt natürlich auch beim Tonic Water der persönliche Geschmack eine große Rolle. Ich bevorzuge allerdings ein mildes, leicht süßes Tonic, da der Gin durch die verwendeten Mate-Blätter schon eigene Bitternoten mitbringt und ein herbes Tonic den Gin Tonic für meinen Geschmack zu trocken werden lässt. Als ich den Gin endlich in Deutschland hatte, habe ich mir gleich alle Tonics gekauft, die ich bekommen konnte, um alle Kombinationen auszuprobieren. Das waren immerhin 51 verschiedene.

Von den regulär verfügbaren Tonic Watern gefällt mir für den Apóstoles Gin derzeit das Fever Tree Mediterranean Tonic Water am besten.

Als Garnierung braucht man gar nicht viel. Ich finde bei einem Gin & Tonic sollte der Gin im Vordergrund stehen. Ausprobiert habe ich trotzdem unzählige Kombinationen und bin am Ende aber bei der Grapefruit-Zeste hängengeblieben (welche ja auch schon bei der Herstellung des Gins verwendet wird). Im Grunde reicht es mir sogar, die Zeste nur über dem Glas nur auszudrücken, um das fruchtige Aroma zu unterstützen. Wer den Farbklecks im Glas haben möchte, kann natürlich auch ein kleines Stück Zeste reinwerfen.

Claas, was ist dein interessantes Gin-Erlebnis? 

Eine spannende Frage und mir schießen gleich viele Erlebnisse durch den Kopf, bei denen ich verschiedenste Gins an teils exotischen Orten in bester Gesellschaft genossen habe. Aber im Grunde muss ich inzwischen sagen, dass das Interessanteste wohl ist, bei der Kreation eines Gins mitzumachen bzw. ihr beizuwohnen. Bei einem meiner letzten Besuche in Argentinien habe ich unzählige Proben aus den verschiedenen Produktionsstadien des Apóstoles Gins probiert, von den einzelnen Mazeraten und wie sie sich je nach Menge, Mazerationszeit aber auch Jahreszeit und Erntezeitpunkt der Botanicals verändern; nach unterschiedlich langer Ruhephase nach dem Destillieren von Minuten danach, über Stunden, bis zu mehreren Tagen und vieles Weiteres. Es ist wirklich unglaublich beeindruckend, wie viele Stellgrößen es auch bei der Produktion eines Gins gibt und wie überraschend - groß oder gering - der Einfluss auf den endgültigen Geschmack dann ist.

Príncipe de los Apóstoles Mate GinWie trinkst du persönlich den Príncipe de los Apóstoles Mate Gin am liebsten? 

Am Häufigsten trinke ich den Gin pur. Das liegt natürlich auch daran, dass ich ihn derzeit in vielen Bars vorstelle und dazu natürlich den Gin erstmal pur anbiete, aber ich muss sagen, dass es mich immer wieder begeistert, wie aromatisch intensiv und dennoch samtig weich der Gin selbst pur und bei Zimmertemperatur ist. Wenn ich ausgehe oder Besuch einlade, dann trinke ich gerne Cocktails mit dem Gin - wobei ich mir dafür die Rezepte dafür entweder bei Tato oder inzwischen auch aus meinen Berliner Lieblingsbars ausleihe.

Und wenn ich im Sommer - also im wirklichen Sommer, nicht dem, was wir im Moment hier in Berlin haben - in der Hängematte auf dem Balkon liege, dann genieße ich auch gerne einfach nur entspannt einen Gin & Tonic.

Wie soll deine Gin-Reise weitergehen?

Die Reise geht erstmal mit dem Apóstoles Gin weiter, da wir derzeit dabei sind, eine Version in  “Navy Strength” herzustellen, von der ich hoffe, sie Anfang 2018 in Deutschland anbieten zu können. Darüber hinaus bin ich gar nicht auf Gin festgelegt. Ich bin einfach weiter offen für ähnliche Momente, wie ich sie vor zwei Jahren in der Florería Atlantico hatte. Wenn ich bei einer meiner Reisen nach Südamerika wieder etwas finde, was mich so sehr begeistert - dann werde ich es auch nach Deutschland holen.

 

 

Wir bedanken uns bei Claas von Zombory für das Interview und Bereitstellung der Bilder.

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